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Übersicht
05-09-2017 Furioses von der grauen Maus – Die Bratsche: Das unterschätzte Instrument trumpft in Porta auf
20-06-2017 Zauberhafte Melodien erklingen in Margarethenkapelle in Barkhausen
27-05-2017 Klangvolles Erwachen der Natur
18-05-2017 Ostwestfalens Geschichte auf der Spur
26-10-2016 Wie die Römer in Delbrück gegen den Regen kämpften – Sechs Meter langer Nachbau eines Kanals
26-10-2016 Freie Sicht: Glaspavillon der Kreuzkirche glänzt wieder
31-08-2016 Zoe Knoop entlockt ihrer Harfe faszinierende Töne
28-08-2016 Harfe zum Finale
18-08-2016 Startschuss für die wissenschaftliche Auswertung der Funde von Petershagen-Lahde
18-07-2016 Bundesverdienstkreuz für Jürgen Schünemann
28-06-2016 Ulrich Lehmann erhält LWL-Preis für Westfälische Landeskunde
21-06-2016 Mit dem Cembalo auf den Berg – Barockkonzert in der Margarethenkapelle
25-05-2016 Faszinierende Saitenklänge auf dem Wittekindsberg
26-04-2016 Jahreshauptversammlung der GeFAO - Zwei öffentliche Vorträge im Kreismuseum Wewelsburg
15-04-2016 Der Wittekindsberg blüht – Geplante Führung am 29. April 2016 fällt aus!
29-03-2016 Konzertreihe Wittekindsberg – Musik mit jungen Künstlern
23-06-2015 Sveva Gai ist die neue Stadtarchäologin von Paderborn
18-06-2015 Abschied von Dr. Sven Spiong: Rückblick auf 12 Jahre LWL-Stadtarchäologie in Paderborn
14-03-2015 Archäologie in Ostwestfalen Band 12, 2014
30-09-2014 LWL-Archäologe Bérenger geht in Ruhestand
26-04-2014 Konzertreihe in der Wittekindsburg: Musik verbindet sich mit Geschichte
15-07-2011 Lehrpfad weist den Weg durch die Geschichte – Einweihung am Römerlager in Delbrück-Anreppen
   
     



  05-09-2017
Die Bratsche: Das unterschätzte Instrument trumpft in Porta auf

Porta Westfalica-Barkhausen (hel).
Ach, ja, die Bratsche: Sie gilt als graue Maus unter den Streichinstrumenten, wenn nicht gar als hässliches Entlein, über das sich alle anderen lustig machen. Den Bratschern eilt der Ruf voraus, musikalisch nicht sonderlich begabt zu sein, andernfalls würden sie ja Geige spielen, so das Vorurteil. In Musikerkreisen sind Bratscherwitze daher beliebt.
Mit diesem Image kokettierte auch Nils Biesewig vom „Duo Violine und Viola“ beim Konzert „Tanz in den Herbst“ in der Margarethenkapelle, dem letzten von drei diesjährigen Sommerkonzerten, die die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen auf dem Wittekindsberg organisiert hatte. An der Seite Biesewigs wusste die junge Finnin Anna Marila an der Violine zu begeistern. Vital und rein im Spiel, selbstbewusst und von großer Klarheit.
Dass dieses eher unvorteilhafte Bratscherbild musikalisch sofort korrigierte wurde, verstand sich nahezu von selbst. Nach dem „Einzug der Königin von Saba“ aus Händels Oratorium „Solomon“, erklangen acht von Bachs zweistimmigen Inventionen, ebenfalls für Violine und Viola eingerichtet.
Hatte die Viola (Bratsche) bei Händel noch eher eine begleitende Funktion, trat sie hier der Violine als gleichberechtigter Partnerin zur Seite. Die Werke hatten in dieser Besetzung durchaus ihren Charme und changierten zwischen tänzerisch und kontemplativ bis hin zu furios-rasant, wie der temposcharfen Fassung der achten Invention, Bach-Werkeverzeichnis (BWV) 779, die mit ihrem aufsteigendem F-Dur-Dreiklang vielen Klavierschülern geläufig sein dürfte.
Noch stärkeren Reiz entwickelten jene originär für das Duo Violine-Viola komponierten Werke, wie das dreisätzige Werk (op. 18) von Carl Stamitz, einem Vertreter der Mannheimer Schule und selbst Bratscher.
Noch prägnanter Mozarts Duo Köchelverzeichnis (KV) 423, ein Gelegenheitswerk, mit dem der Komponist seinem erkrankten Freund Michael Haydn half, eine vertragliche Verpflichtung zu erfüllen. Musik also, die wohl nicht entstanden wäre, wenn ihn Haydn nicht darum gebeten hätte. Typisch für Mozart, dass dieses und ein weiteres Duo dennoch zu den besten Gattungsbeiträgen zählen.
Beide Musiker kamen beim Publikum prima an, agierten mit größter Spielfreude und sehr präzise aufeinander abgestimmt. Diese positive Aura übertrug sich auch auf die zahlreichen Besucher der Margarethenkapelle, die nachgerade euphorisiert waren. Mit zwei Werken von Bach gab das Duo diesen Dank zurück.

Christian Helming am 05.09.2017
Copyright © Mindener Tageblatt 2017

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http://www.mt.de/lokales/porta_westfalica/21906567_Die-Bratsche-Das-unterschaetzte-Instrumenttrumpft-in-Porta-auf.html

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Spannten einen großen Bogen: Nils Biesewig (Bratsche) und Anna Marila (Violine) spielten mal kontemplativ, mal rasant. - © Foto: C. Helming
 
         
   
  20-06-2017
Zauberhafte Melodien erklingen in Margarethenkapelle in Barkhausen

Porta Westfalica-Barkhausen (kr). Eintauchen in die Vergangenheit, Ruhe finden an einem Ort, an dem von der Hektik des Alltags nichts zu spüren ist: Das Collegium Musicum Herfordiensis, ein von Studierenden der Hochschule für Kirchenmusik in Herford gegründetes Vokalensemble, brachte bei seinem Konzert in der Margarethenkapelle am Sonntagnachmittag Raum und Musik wundervoll in Einklang.
Das zweite Konzert in der reihe „Wittekindsberg“ stand unter der Überschrift „Locus iste“ (Dieser Ort). Den chormusikalischen Klassiker von Anton Bruckner hatte das fünfköpfige Ensemble für seinen vokalen Ausflug in Reformationszeit und Romantik gewählt: als Würdigung des besonderen Ortes, der Margarethenkapelle am Wittekindsberg.
Diesen Berg, der bis nach dem Zweiten Weltkrieg ein Gesellschaftsberg war, wieder zu beleben, Kultur und Geschichte erlebbar zu machen, ist das Anliegen der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen (GeFAO), wie Vorstandsmitglied Hans-Helmut Preusse zur Begrüßung betonte. Längst hat die von der GeFAO vor drei Jahren ins Leben gerufene Konzertreihe ein festes Publikum. Bekannte Gesichter sitzen auch an diesem Sonntag auf den Bänken in der fast 800 Jahre alten spätromanischen Kapelle mit seinem kuppelartigen Kreuzgewölbe.
Ambiente und Akustik erweisen sich für einen vollendeten Hörgenuss als ideal. Die unmittelbare Nähe zum Publikum sei es, was für ihn und seine Musikerkollegen den besonderen Reiz des Ortes ausmache, sagt Franz Spenn, Gründungsmitglied und Leiter des Collegium Musicum Herfordiensis, am Rande des Konzertes. „So etwas hatten wir bisher noch nicht“, so der Sänger, der den Chorälen und Motetten mit seiner Bassstimme eine sonore Tiefe verleiht und den klanglichen Kontrapart zur ungarischen Sopranistin Dóra Csepregi bildet. Ihr Landsmann József Opicz (Alt), die Lettin Liga Auguste (Sopran, Mezzosopran) und David Ludewig (Tenor), der wie Spenn aus Deutschland kommt, komplettieren das Quintett ausnehmend schöner Stimmen.
Der Zuhörer muss nicht tief religiös sein, um den Zauber auf sich wirken lassen zu können, den das Ensemble entfaltet. Mit dem Programm lässt es das Publikum den Geist der Geschichte atmen, der diesen Ort am Wittekindsberg umweht. Passend zur Jahreszeit gibt das Sommerlied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ dem Konzert einen Rahmen.
Es erklingt zur Melodie von Max Bruch gleich zweimal, zum Auftakt und als erste Zugabe. „Unser keiner lebet sich selber“, eine von zwei Darbietungen aus den über fünfhundert Werken des frühbarocken Komponisten Heinrich Schütz, interpretiert das Ensemble hingebungsvoll und mit der ganzen Dynamik, die die inhaltliche Thematik vom Leben und Sterben erfordert. Kraftvoller, lebendiger Gesang steht im Kontrast zu ruhiger Vortragsweise, die sich schließlich einander nähern.
Zart, würdevoll zurückhaltend und mit feinem Gespür für den geschichtsträchtigen Aufführungsort entfaltet Bruckners „Locus iste“ eine besondere Magie. Reformatorische Stücke wie „Der 130. Psalm“ von Heinrich Kaminski strahlen Zuversicht aus und leben von der dynamischen Steigerung der fünf Stimmen.
Begeistert erheben sich die Zuhörer in der fast bis auf den letzten Platz besetzten Kapelle nach der Motette „Herr, sei gnädig“ von Felix Mendelssohn Bartholdy von den Bänken. Der Aufstieg hinauf auf den Wittekindsberg hat sich wieder einmal gelohnt. Auf den Rückweg wird das Publikum mit der lateinischen Motette „Locus iste“ entlassen, die als zweite Zugabe abermals erklingt. Ein ehrwürdiger und ergreifender Ausklang eines rundum gelungenen Konzerts.

Kerstin Rickert am 20.06.2017
Copyright © Mindener Tageblatt 2017

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http://www.mt.de/lokales/porta_westfalica/21827126_Zauberhafte-Melodien-erklingen-in-Margarethenkapelle-in-Barkhausen.html

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Das Collegium Musicum Herfordiensis bereitete dem Publikum einen vollendeten Hörgenuss. (© Foto: Kerstin Rickert)




















 
         
   
  27-05-2017
Klangvolles Erwachen der Natur

Porta Westfalica-Barkhausen (kr). Mit einer Bilderbuchpremiere startete die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen in die Konzertreihe „Wittekindsberg“.
Bestes Ausflugswetter hatte zahlreiche Besucher und Besucherinnen in die Margarethenkapelle gelockt. Für rund eineinhalb Stunden ließen sie sich von den Marimba-und Saxofon-Klängen gefangen nehmen, die ihnen das Jedendorf-Duo mit den beiden jungen Musikstudenten David Jedeck und Clemens Ohlendorf servierte.
Jahreszeit und Ambiente entsprechend, stand das Konzert unter dem Motto „Erwachen der Natur“. Behutsam passten sich die beiden jungen Künstler, Studierende der Musikhochhole Detmold, an die örtlichen Gegebenheiten mit ihrer besonderen Akustik an. Und nutzten „die kleine Kapelle mit großem Raum“, wie Marimba-Spieler Clemens Ohlendorf bemerkte, zu ihren Gunsten.
Behutsam bediente David Jedeck sein Saxofon und kreierte feine Klangbilder, die auf magische Weise in der Kapelle verhallten. Im Zusammenspiel mit seinem kongenialen Partner Clemens Ohlendorf an der einzigartig warm und rund klingenden Marimba entstanden musikalische Landschaften von faszinierendem Schönklang.
Ausnehmend geschmackvoll auch die Zusammenstellung des Programms, eine Symbiose aus Klassik und Jazz, in der der klassische Marimba-Spieler Ohlendorf und der Jazz-Saxofonist Jedeck stilistisch brillant zusammenfanden.
Gleich im ersten Stück „Rain Dance“ unterstützte David Jedeck mit Perkussionsinstrumenten. Mit einem Regenmacher ließ er Wasser fließen, das sich zu einem rauschenden Regenguss entwickelte, während Ohlendorf auf dem Marimba die Tropfen tänzeln ließ. Ein perfekter Einstieg in ein Konzert, das klanglich immer wieder durch seine entspannte, beruhigende Wirkung bestach.
Weich und melodisch schmeichelte sich Jedecks Saxofonton in Esbjörn Svenssons „Tuesday Wonderland“ ans Ohr -eine der überwiegend zeitgenössischen Kompositionen, die sich das Duo mit eigenen Arrangements auf den Leib geschrieben hat.
Wie so oft entwickelte der Saxofonist sein Spiel aus einem anfänglich behutsamen Hauchen langsam zu einer klingenden Melodie, die zum Träumen einlud und die Gedanken schweifen ließ. Bemerkenswert auch angesichts ihres jungen Alters von Mitte 20 ist, wie viel Gefühl die beiden Musiker in ihr Spiel legen. Mit leidenschaftlicher Hingabe und erstaunlicher Virtuosität zogen sie ihr Publikum in Bann, begeisterten in „Night Reflections“ aus der Feder von Clemens Ohlendorf, der hier eine kleine Trommel mit Händen, Sticks und Besen bearbeitete, mit einer Hommage an die freie Improvisation.
In schönstem Unisono bewegte sich das Duo durch das melancholische und von Balkan-Klängen durchzogene „Ilijas“ und entführte das Publikum in Edvard Griegs „Notturno“ mit romantischen Klängen.
Der liebliche Klang der Marimba, von Ohlendorf sparsam eingesetzt, und das lyrische Spiel Jedecks auf dem Saxofon gingen eine virtuose Verbindung ein, zerbrechliche Miniaturen brachten sie regelrecht zum Blühen.
Gefühlvolle Melodien von raumfüllender Weite, die sich ganz behutsam steigerten, nahmen die Zuhörer gefangen. Jazz und Klassik verschmolzen zu einer ausgewogenen, nie überfordernden Symbiose mit oft überraschendem Ende auf dem Höhepunkt delikater Arrangements.
Mit dem Balafon hatte Ohlendorf auch das traditionelle afrikanische Vorbild des Marimbaphons mitgebracht, ein Xylofon mit Klangstäben aus Holz und Kürbissen als Resonanzkörper. „African River“ heißt das Stück, das David Jedeck für dieses Instrument geschrieben hat, bei dem er selbst mit zarten Flötenklängen melodische Akzente setzt.
Mit Melodie und Gänsehaut-Moment spielte das Duo auch den Klassiker für Marimba von Astor Piazzolla „Libertango“. Sanft entwickelte Jedeck auf dem Saxofon die musikalischen Motive, während Ohlendorf auf dem Marimba für druckvolle Spannung sorgte. In einem Moment der sich steigernden Ekstase endete das Stück.
Eigentlich der perfekte Schlusspunkt, doch das Publikum wollte mehr. Nach begeistertem Applaus und zwei Zugaben ging ein beeindruckender Konzertnachmittag zu Ende.
 
Copyright © Mindener Tageblatt 2017.

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David Jedeck begeisterte nicht nur am Saxofon, sondern griff zwischenzeitlich auch zur Flöte. Rechts Clemens Ohlendorf, der mit Balafon und Marimba-Spiel zum beeindruckenden Konzert beitrug. (© Foto: Kerstin Rickert)

















 
       

18-05-2017
Ostwestfalens Geschichte auf der Spur

In den Jahren 2005 bis 2007 wurde in Petershagen-Lahde auf dem Grundstück „Auf dem Ufer“ von der LWL-Archäologie für Westfalen eine mittelalterliche Wüstung ausgegraben. Seitdem schlummerten die zugehörigen Funde nahezu unberührt im zentralen Fundmagazin des Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster. Im Jahr 2016 konnte die GeFAO dank einer finanziellen Zuwendung des Landes NRW eine Sichtung des Materials samt einer ersten zeitlichen Einordnung und der Anlage eines vorläufigen Bestandskatalogs in Auftrag geben.

Mit der Bearbeitung von 332 Kartons wurde die freiberufliche Archäologin Deborah Zarnke M.A. betraut. Bis ins Frühjahr 2017 hinein hieß es für sie nun Scherben zu sortieren und zu zählen, Knochenmaterial zu wiegen und Notizen zur weiteren Bearbeitung anzufertigen. Der Schwerpunkt der einstigen Siedlung lag im 9. bis 13. Jahrhundert. Absolut vorherrschendes Element ist der sog. Kugeltopf gewesen.

Doch die eigentliche Arbeit geht jetzt erst richtig los: das Fundmaterial wird gewaschen und beschriftet, aussagekräftige Fundstücke werden gezeichnet und die Grabungsdokumentation wird digitalisiert. – Erst nach Abschluss all dieser Vorarbeiten folgt die eigentliche Auswertung und die abschließende Interpretation der Grabung.

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26-10-2016
Delbrück. Wie die Römer in Delbrück gegen den Regen kämpften - Sechs Meter langer Nachbau eines hölzernen Entwässerungsgrabens fertig gestellt

Delbrück-Anreppen. Das 23 Hektar große Römerlager nahe der Lippe bei Anreppen steht zu Unrecht im Schatten der bekannteren römischen Lager in Xanten und Haltern.

Das Anreppener Lager am Südufer der Lippe wurde erst im Jahre 1968 entdeckt. Dank der über Jahrzehnte durchgeführten Grabungen des Westfälischen Museums für Archäologie zählt das Römerlager Anreppen, das nur wenige Jahre nach der Zeitenwende genutzt wurde, heute zu den wichtigsten frührömischen Denkmälern in Deutschland. Das Lager hatte die Form eines unregelmäßigen, langgestreckten Ovals. Direkt am Südtor lag ein riesiger 56 mal 68 Meter großer Speicher.

In den vergangenen Wochen wurde im Lager eine weitere Rekonstruktion fertig gestellt. In Zusammenarbeit zwischen dem Stadtverband für Heimatpflege und dem Bauhof wurde ein sechs Meter langes Teilstück des in der Via principalis verlaufenden Entwässerungskanals gebaut. Die Rekonstruktion gründet sich vor allem auf die Grabungen des früheren Hauptkonservators Johann-Sebastian Kühlborn (73) in der Stadt Xanten und den Lagern Anreppen und Oberaden.

Solche Entwässerungssysteme waren in römischer Zeit nichts Ungewöhnliches im Städtebau, mussten doch bei Starkregen durch die großzügig überbauten Flächen große Mengen Regenwasser abgeleitet werden. Allein vom 36 mal 68 Meter großen Speicher, der sich teilweise auf dem Gebiet des heutigen Friedhofs erstreckte, müssen sich wahre Sturzfluten ergossen haben. Entwässert wurde das Anreppener Lager in die Lippe. Die halboffene Bauweise der Rekonstruktion bietet einen guten Einblick in die römische Zimmerertechnik. Der Abwasserkanal ist ein weiterer Schritt, das Römerlager in Anreppen sicht- und erlebbarer zu machen. Die Kosten betragen rund 3.250 Euro.

Im kommenden Jahr soll der 2011 angelegte archäologische Lehrpfad um zwei weitere Stationen, darunter der Kanal, auf insgesamt 14 Stationen erweitert werden. Ferner ist geplant, das benachbarte Südtor in Umrissen wieder sichtbar zu machen, um die Dimensionen darstellen zu können, so Kühlborn. An eine modellhafte Rekonstruktion ist auf Grund der Kosten nicht zu denken.

Der übernächste Schritt soll die Kenntlichmachung eines Kasernengebäudes sein. "Auch dafür brauchen wir einen langen Atem", so der Wissenschaftler. Bürgermeister Werner Peitz unterstrich die Bedeutung des Römerlagers für den Tourismus. Gerade Fahrradfahrer, die auf der Römer-Lippe-Route unterwegs sind, und Tagesgäste machen gern Station am Römerlager. Die touristische Entwicklung bezeichnete Peitz als Herzensanliegen. Die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sind allerdings begrenzt. Bis zu 14.000 Euro liegen dafür bei der Stadt auf der hohen Kante, falls sich das Land in gleicher Höhe beteiligt.

Im Juli des Jahres 2008 erfolgte der erste Spatenstich für die Errichtung des Römerparks Anreppen. Der Anfang wurde mit den römischen Wehrgräben in unmittelbarer Nähe des Südtores gemacht. Mittlerweile sind der 7,5 Meter breite Hauptgraben und der 4,5 Meter breite Vorgraben auf einer Länge von 75 Meter in ihrer ursprünglichen Form wieder sichtbar. Im Mai 2009 begannen die Arbeiten zur Wiederherstellung eines Straßengevierts. Inzwischen ist der Bau der Straßen vollendet. Die gesamte Straßenfläche beläuft sich auf 3.600 Quadratmeter, die ohne Chemieeinsatz vom Stadtverband unkrautfrei gehalten werden.

Angelegt wurde auf einer Länge von rund 100 Metern die Mittelzone der Via Principalis mit einer Breite von 12 Metern (Gesamtbreite ursprünglich 36 Meter), die durchs Südtor nach außen führende Straße, weiterhin auf einer Länge von rund 185 Metern die Via decumana dextra mit einer Breite von 9 Meter, eine von dieser abgehende 9 Meter breite Straße, die einst zwischen dem Stabsgebäude und dem Kommandeurspalast verlief sowie ein Teilstück der ebenfalls 9 Meter breiten Via quintana. Die enormen Abmessungen der römischen Lagerstraßen werden durch den Vergleich mit der unmittelbar daneben verlaufenden Asphaltstraße besonders augenfällig.

Copyright © Neue Westfälische 2016. Text und Bild Ralph Meyer am 26.10.2016, 21:06 Uhr.

 Weblink:    
http://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/delbrueck/delbrueck/20959819_Wie-die-Roemer-in-Delbrueck-gegen-den-Regen-kaempften.html


Freuen sich über das neue Schaustück im Römerlager: (v. l.) Johann-Sebastian Kühlborn, Silke Effenberger, Werner Peitz und Heinz-Georg Dorenkamp vom Heimatverein Anreppen.  © Ralph Meyer


Sechs Meter lang: Ein Teilstück des aus Eichenbohlen errichteten Abwasserkanals. © Ralph Meyer.
 
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26-10-2016
Freie Sicht: Glaspavillon der Kreuzkirche glänzt wieder

Minden (mt). Endlich wieder den richtigen Durchblick: Frisch gereinigt präsentiert sich der Glaspavillon, der die Kreuzkirche an der Wittekindsburg schützt. Er hatte in den vergangenen vier Jahren Grünbelag angesetzt - und zwar derart viel, dass Besucher sich schon Sichtfenster in das Glas gewischt hatten, um besser ins Innere schauen zu können. Mehrere Besucher hatten sich mit ihren Namen auf der Oberfläche verewigt. Das Fotografieren war an vielen Stellen nicht mehr möglich.

Das hat uns schon sehr gestört", sagt Jürgen Schünemann vorsichtig. Er ist Beisitzer der Gesellschaft der Förderung zur Archäologie in Ostwestfalen (Gefao) und dort zuständig für das Projekt Kreuzkirche und Margarethenkapelle. Im vorliegenden Fall seien jedoch widrige Umstände zusammengekommen. Als der Pavillon 2003 errichtet wurde, hatte sich ein Verein aus Häverstädt gefunden, der die jährliche Reinigung übernehmen wollte. Das habe auch bis vor vier Jahren wunderbar geklappt, so Schünemann.
Dann gab es Probleme, weil der Vorsitzende krank wurde und ein Helfer starb. So unterblieb die Säuberung seit 2012. In diesem Jahr wurde nun eine Firma nach einem Kostenvoranschlag gefragt, dieser belief sich auf die Summe von 800 bis 1000 Euro. „Das hört sich wenig an, ist für uns als kleiner Verein aber viel", sagt Jürgen Schünemann. Sein Einsatz für den Erhalt des mittelalterlichen Bodendenkmals wurde in diesem Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz belohnt (das MT berichtete).

Und nun machte sich der 78-Jährige erneut um den Verein verdient, denn er sammelte für die professionelle Reinigung Geld in den eigenen Reihen, wie Gefao-Vorsitzender Dr. Johann-Sebastian Kühlborn lobend erwähnt. Der Archäologe im Ruhestand ist hoch erfreut, dass der Schutzbau nun wieder in neuem Glanz erstrahlt. „Ohne Herrn Schünemann würden die Kreuzkirche und die Margarethenkapelle im Urwald versinken."

Für ihn ist die Angelegenheit an sich ein „Ärgernis sondergleichen", erzählt er im Gespräch. „Sie treffen einen wunden Punkt", sagt er. Das Problem sei, dass alle die schöne Kirche sehen wollten, aber keiner bereit sei, etwas zu zahlen. Weder die Stadt Minden, noch die Stadt Porta seien Mitglied im Verein. Aus Einspargründen, denn die zwar geringen Beiträge seien in Zeiten der Haushaltssicherung wohl zu hoch gewesen.

Am Anfang seien alle Mitglieder hoch motiviert gewesen, sie sähen aber nicht die Langfristigkeit des Projekts, sagt er. Der Verein zähle derzeit knapp 100 Köpfe - einst seien es immerhin rund 160 gewesen -, diese bringen an Mitgliedsbeiträgen 3000 Euro im Jahr auf. Ein großer Anteil davon fließt in Versicherungen.

Ursprünglich war geplant, den Schutzbau jedes Jahr von Verschmutzung zu befreien. Schließlich ist er Wind und Wetter ausgesetzt, seine Lage mitten im Wald tut ihr Übriges. Nun wird es nach Auskunft von Jürgen Schünemann darauf hinauslaufen, dass sich die Vereinsmitglieder einmal im Jahr des unteren Bereichs annehmen. Der obere Bereich soll dann alle zwei bis drei Jahre - je nachdem, wie es das Budget zulässt - von einer Firma gesäubert werden.

Und so kam es zu dem Pavillon: Die Fundament- und Mauerreste sind mit Lehmmörtel gebunden, sodass sie unter der Witterung litten. Daher gab es die Überlegung, sie durch einen Schutzbau zu erhalten, der sichtbar und für Besucher zugänglich ist. Das Zwölfeck mit der achteckigen Lichtkuppel wird von Säulen getragen.

Umlaufende Gitterroststege sowie ein über eine Spindeltreppe erreichbares Podest bieten den Besuchern rundum und von oben einen Überblick. Die Kosten von 400 000 Euro wurden aus Spenden der Wirtschaft, des Arbeitsamtes Herford und der NRW-Stiftung getragen.

Copyright © Mindener Tageblatt 201. Claudia Hyna am 26.10.2016 um 00:12 Uhr.

 Weblink:   
http://www.mt.de/lokales/minden/20958534_Freie-Sicht-Glaspavillon-der-Kreuzkirche-glaenzt-wieder.html?em_type=paypal&key=58190d50b95f2&status=CANCEL&token=EC-3FX508359T1233939

Wieder in neuem Glanz: Ein Blick auf den gereinigten Schutzbau der Kreuzkirche mit Gitterroststegen. Mindener Tageblatt - © Foto: Carsten Korfesmeyert


Die Grundmauern eines kreuzförmigen Gebäudes wurden freigelegt. Archivfoto: pr/Gunda Schünemann




Eine Rekonstruktion der Kreuzkirche auf dem Wittekindsberg im 10. Jahrhundert. - © Foto: Gefao
 
 
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  31-08-2016
Zoe Knoop entlockt ihrer Harfe faszinierende Töne

Porta Westfalica- Barkhausen (kr). Ein besonderes Konzert an einem besonderen Ort. Im Mittelpunkt: eine außergewöhnliche Künstlerin und ihr besonderes Instrument. Die 22-jährige Harfenistin Zoe Knoop setzte einen fulminanten Schlusspunkt unter die Konzertreihe „Wittekindsberg“. Rund 100 Zuhörer hatten sich zum dritten und letzten Konzert der Saison 2016 in der Margarethenkapelle eingefunden.

„Das hatten wir lange nicht“, freute sich Jürgen Schünemann von der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen als Veranstalter über ein ausverkauftes Haus. Die gute Resonanz sah er auch als Ansporn, die seit 2014 existierende Konzertreihe mit jungen Künstlern im nächsten Jahr fortzusetzen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen bot die zauberhafte Kapelle, in der es bei niedrigen Außentemperaturen schon mal empfindlich kalt werden kann, die perfekte Wohlfühl-Atmosphäre. Dafür, dass das Publikum nach knapp zwei Stunden mit einem guten Gefühl den Heimweg antreten konnte, sorgte Zoe Knoop mit ihrer Harfe. Nicht zuletzt machten ihre Einführungen in jedes Stück und ihre Einblicke in die Klangwelt der Harfe das Konzert zu einem kurzweiligen und erhellenden Erlebnis.

 

Harfenistin Zoe Knoop lotet die Möglichkeiten ihres Instruments gekonnt aus. (© Foto: Kerstin Rickert)
 
   Die besondere Akustik in der spätromanischen Kapelle mit seinem kuppelartigen Kreuzgewölbe erwies sich als ideal, sodass Zoe Knoop die vielfältigen Möglichkeiten der Harfe vollends entfalten konnte. Bereits zum Auftakt zeigte die junge Künstlerin mit Benjamin Brittens „Suite for Harp“ faszinierende Einblicke in die klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten ihres Instrumentes.
Mit den fünf Sätzen der von der Barockmusik inspirierten Suite - Ouvertüre, Toccata, Nocturne, Fuge und Hymne - schuf Britten 1969 ein solistisches Paradestück für die Harfe. In Zoe Knoops Umsetzung kommt die Virtuosität des Instrumentes sehr schön zur Geltung. Mal sind dumpfe und zarte Töne zu vernehmen, die eher an eine Laute erinnern. Mal scheinen wie im Nocturne die Töne, die Zoe Knoop mit der rechten Hand spielt, wie leuchtende Sterne am Abendhimmel zu tänzeln, während sie mit der linken Hand tiefe Töne und eine ruhige nächtliche Stimmung erzeugt.
Die Harfe, das wird schnell deutlich, hat weitaus mehr zu bieten als Glissandi und Arpeggien. Und sie kann, wie in der Hymne, mit meditativen Klängen wunderbar zum Träumen einladen. In Bachs „Suite e-Moll BWV 996“, das eigentlich für Laute geschrieben wurde, nimmt Zoe Knoop das Publikum mit auf eine tänzerische Reise durch Europa und zeigt besonders im temporeichen und mehrstimmigen sechsten Satz ihre enorme Fingerfertigkeit.
Nach der Pause wird es mit Luciano Berios „Sequenza II“ modern. Zoe Knoop kündigt „viele schräge Töne“ an und wählt zum Einstieg entgegen des ursprünglich geplanten Programms den ersten Satz aus dem Harfenkonzert in B-Dur von Georg Friedrich Händel.
Danach heißt es „Augen schließen, zuhören und in acht Minuten ist alles vorbei“, wie die sympathische Künstlerin ihrem Publikum empfiehlt. Die Augen offen zu halten, erweist sich als lohnenswert. Denn erst dann kann der Zuhörer entdecken, warum die junge Harfenistin Berios Werk ins Programm aufgenommen hat: Es lotet die nahezu grenzenlosen Möglichkeiten der Harfe auf eindrucksvolle Weise aus.
Mit schneller Beinarbeit erweitert Zoe Knoop die Klangvielfalt der Saiten auf den sieben Pedalen, die sich hinter dem Resonanzkörper der Harfe befinden. Scharfe und helle Töne wechseln sich ab mit den unterschiedlichsten Tönen, die durch Klopfen auf die Resonanzdecke entstehen. Das Publikum applaudiert sichtlich beeindruckt und darf sich beim nachfolgenden „Impromptu op. 86“ von Gabriel Fouré entspannt zurücklehnen. Mit lang anhaltendem Beifall verleiht es seiner Forderung nach einer Zugabe Nachdruck. „Mondschein auf dem Wasser“ lädt erneut zum Träumen ein.

Copyright © Mindener Tageblatt 2016. Text und Bild Kerstin Rickert

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  20-08-2016
Harfe zum Finale
Konzert in der Margarethenkapelle

Minden (mt/och). Das Finale zur dreiteiligen Konzertreihe in der Margarethenkapelle auf dem Wittekindsberg gestaltet am Sonntag, 28. August, um 15 Uhr, die Harfenistin Zoe Knoop. Die Niederlanderin spielt Werke von Gabriel Fauré, Johann Sebastian Bach, Luciano Berio und Benjamin Britten.
Karten gibt es im Vorverkauf in der Buchhandlung Otto (Großer Domhof).
Schon mit elf Iahren bekam Zoe Knoop Harfenunterricht von Manja Smits am Jung-Studierenden-Institut der Arnheimer Musikhochschule. Seit Oktober 2012 studiert die heute 22-Jährige an der Hochschule fur Musik Detmold bei Prof. Godelieve Schrama.
Neben Solokonzerten spielte sie auch in verschiedenen Ensembles und Orchestern, wie dem Iugendorchester der Niederlande, den LandesJugendOrchestern Bremen und NRW, dem NIO Kammer- und Symfonieorchester sowie den Arnheimer Philharmonikern.
Konzertreisen fiihrten sie unter anderem nach Schottland, Slowenien, Italien und Lettland. Sie tritt regelmäßig als Duopartnerin mit der Querflötistin Maartje Valk auf, mit der sie 2013 den Ensemble Förderpreis des Prinses Christina Concours gewann.

 
Copyright © Mindener Tageblatt 2016. Text mt/och


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Zoé Knoop ist am Sonntag, 28. August, in der Margarethenkapelle zu hören. Foto: R. Knoop/pr
 
   
  10-08-2016
Startschuss für die wissenschaftliche Auswertung der Funde von Petershagen-Lade
GeFAO unterstützt archäologisches Forschungsprojekt

Die Archäologin und Kunsthistorikerin Deborah Zarnke M.A. ist seit dem 1. Juli 2016 im Rahmen eines Werkvertrages über die GeFAO beschäftigt. Die Finanzierung des Projektes wäre ohne Mittelzuweisung durch das Land NRW nicht möglich gewesen.

Mit dem Werkvertrag werden die Funde aus den Grabungen "Auf dem Ufer" in Petershagen-Lahde bearbeitet. Diese Grabung wurde in den Jahren 2005–2007 von Dr. Werner Best von der LWL-Archäologie für Westfalen, Außenstelle Bielefeld, durchgeführt. Bei den Grabungen "Auf dem Ufer" wurde eine mittelterliche Wüstung untersucht, deren wissenschaftliche Erforschung langfristig spannende Ergebnisse erhoffen lässt.

Seit damals warten über 300 Kartons im Magazin  "An den Speichern" der LWL-Archäologie für Westfalen-Lippe in Münster auf ihre Bearbeitung. Als Grundlage für eine spätere wissenschaftliche Gesamtauswertung soll Frau Zarnke in einem ersten Schritt zunächst bis zum Jahresende alle Kartons sichten und einen Bestandskatalog anlegen. Außerdem erfolgt eine grobe Erstbestimmung des Fundmaterials und eine Vorsortierung für weitere Maßnahmen, wie z.B. das Zeichnen ausgewählter Objekte.

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Die Archäologin Deborah Zarnke M.A. untersucht über 300 Kartons  mit Funden aus den Grabungen Petershagen-Lahde "Auf dem Ufer".
 
     
 
   
         

  18-07-2016
Der Vorreiter
Für Engagement, Tatkraft und Durchsetzungsvermögen erhält Jürgen Schünemann das Bundesverdienstkreuz. Früh etablierte er Therapeutisches Reiten in Minden und sorgte für den transparenten Schutzbau über der Kreuzkirche.

Minden (kr). Jürgen Schünemann ist der Richtige für Neues: Mit der Schaffung eines Außentherapieplatzes für Therapeutisches Reiten betrat er vor zehn Jahren Neuland. Der 78-Jährige hat aber auch ein Herz für Altes: Als Schatzmeister der „Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen“ sammelte er mehr als 400 000 Euro für den Schutzbau der einzigartigen Kreuzkirche auf dem Wittekindsberg. Für seine große Tatkraft und sein übergreifendes Engagement bekam er am Wochenende das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl.
   Sichtlich ergriffen bedankt er sich für die Ehrung der „vielfältigen Leistungen, von denen ich schon gar nicht mehr wusste“. Nicht ohne deutlich darauf hinzuweisen: „Ich habe sie nicht allein erbracht.“ Bescheidenheit zeichnet den frischgebackenen Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ebenso aus wie sein Engagement. Seit vielen Jahren wirkt Jürgen Schünemann in sportlichen, kulturellen und sozialen Bereichen. Oft im Hintergrund, aber mit großer Tatkraft und starkem Durchsetzungsvermögen hat er vieles auf den Weg gebracht, das ihn zu einem Vorreiter macht.
   Im Mittelpunkt zu stehen, ist „nicht so meine Welt“, sagt der 78-Jährige im Rahmen der Feierstunde in der Reithalle des Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrvereins ...


Copyright © Mindener Tageblatt 2016. Text und Foto: Kerstin Rickert
 

Weblink:
http://www.mt.de/lokales/minden/20857308_Vom-Therapeutischen-Reiten-bis-Archaeologie-Bundesverdienstkreuz-an-Juergen-Schuenemann.html

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Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl zeichnete Jürgen Schünemann in der Reithalle des Mindener Vereins mit dem Bundesverdienstkreuz aus. -  © Foto: Kerstin Rickert, MT




28-06-2016
Auszeichnung für Studien zu westfälischen Schwertern
Dr. Ulrich Lehmann erhält LWL-Preis für westfälische Landeskunde

Münster (LWL). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat seinen mit 3.100 Euro dotierten Preis für westfälische Landeskunde am Montag (27.6.) an Dr. Ulrich Lehmann verliehen. Der Archäologe erhält die Auszeichnung für seine Studien zu frühmittelalterlichen Waffen in Westfalen.
   Für das Projekt bei der Altertumskommission für Westfalen nutzte Lehmann moderne Techniken. Unter anderem gelang es ihm, mittels hochauflösender 3D-Röntgen-Computertomographie (CT) antike Oberflächen von Klingen virtuell zu rekonstruieren. "Mit seinen Untersuchungen hat Dr. Lehmann methodisch völlig neues Feld betreten und mit seinen Ergebnissen ältere Forschungsansätze fundiert widerlegt", begründete LWL-Kulturdezernentin Dr. Barabara Rüschoff-Thale am Montag bei der Preisverleihung die Entscheidung. Lehmann nutzt für seine Forschungen regelmäßig technische und naturwissenschaftliche Möglichkeiten zur Fundanalyse. Die Kulturdezernentin: "So ist es ihm gelungen, auch altbekannten Funden völlig neue Informationen zu entlocken."
   Dr. Ulrich Lehmann arbeitet seit 2007 in der Altertumskommisison für Westfalen - erst als wissenschaftlicher Volontär und Redakteur, seit 2015 als ordentliches Mitglied. Bevor er sich der Erforschung frühmittelalterlicher Schwerter in Westfalen widmete, betreute der Archäologe bereits das Projekt "Wege der Jakobspilger in Westfalen".

Der LWL vergibt seinen Preis für westfälische Landeskunde jährlich an ehrenamtlich engagierte Personen, die ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer Universität einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur westfälischen Landeskunde geleistet haben.

Dr. Ulrich Lehmann ist Mitglied der GeFAO e.V.

Quelle: LWL 2016

 Weblinks:
http://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=38563
http://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=39385
http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/auszeichnung-fuer-studien-zu-westfaelischen-schwertern-40302/


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Dr. Ulrich Lehmann erhielt am Dienstag den LWL-Preis für westfälische Landeskunde.  -  Foto: LWL




21-06-2016
Mit dem Cembalo auf den Berg
Barockkonzert in der Margarethenkapelle

Porta Westfalica-Barkhausen (usk). Auch ein Cembalo macht akustisch gesehen eine gute Figur in der Margarethenkapelle. Eckhard Kuper, Dozent an der Kirchenmusikschule in Herford und Lehrbeauftragter in Leipzig und Hannover, hatte sein Instrument auf den Wittekindsberg transportiert und spielte im Rahmen der Konzertreihe der ,,Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen“ ein inhaltlich schlüssiges Programm. Werke von Johann Sebastian Bach und seines frühbarocken Kollegen Johann Jakob Froberger (1616 - 1667) standen an, dazu zwei Improvisationen des Ausführenden.
   Das Klangbild stellte sich als direkt und beinahe überpräsent heraus. Schöne Voraussetzungen für ein gelungenes Konzert an historischem Ort, das durch äußerst fachkundige Erläuterungen des Solisten einen zusätzlichen Mehrwert für die Besucher bekam. Dazu ein kurzes Nachstimmen mittendrin und überraschende Spekulationen, ob der von Froberger in einem Lamento musikalisch Gewürdigte eventuell per Treppensturz (was man aus einer absteigenden Tonfolge ableiten könnte) aus dem Leben geschieden war oder eben nicht: Eckhard Kuper sparte nicht mit kleinen Überraschungen.
   Interpretatorisch legte Kuper etwas langsam los. Präludium h-moll BWV 923 und Fuge e-moll BWV 951 klangen noch etwas schulmeisterlich, auch das Tombeau von Froberger wirkte verhalten. Besser erging es dann ,,Adagio, Fuge und Allegro" BWV 998 des einstigen Thomaskantors;  Frobergers Suite XII in C-Dur dann wirkte deutlich freier dargestellt. Und mit der ,,Chromatischen Fantasie und Fuge“ d-moll  BWV 903 von Johann Sebastian Bach zeigte Kuper dann Virtuosität und auch die Fähigkeit  zum Aufbau eines weiten Spannungsbogens.
   Interessant auch die beiden Improvisationen, die der Cembalosolist zum Besten gab. Beide entsprangen barocker Motivik, wagten sich dann jedoch harmonisch weit in der Musikgeschichte vor. In jedem Fall ein spannendes und das Konzert unbedingt bereicherndes Element. Der Beifall der zahlreichen Besucher fiel kräftig aus. Daher wurde der Band mit den Froberger-Werken noch einmal  aufs Pult gelegt. Eine Meditation in D-Dur beendete den anregenden Nachmittag auf bergigen Höhen.

Copyright © Mindener Tageblatt Nr. 142, 21.06.2016. Text und Foto: Udo Stephan Kühne.

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Gelungenes Konzert an historischem Ort: Eckhard Kuper in der Margarethenkapelle. - Foto: Udo Stephan Kühne, MT.









25-05-2016
Faszinierende Saitenklänge auf dem Wittekindsberg

Porta Westfalica-Barkhausen (rgr). Die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie hat eine dreiteilige Konzertreihe mit jungen Künstlern auf dem Wittekindsberg organisiert. Den Auftakt machte das Gitarrenduo Yulim Heo und Xingye Li aus Korea und China mit Musik spanischer und italienischer Komponisten in der Margarethenkapelle.
Die Musiker lernten sich während ihres Studiums in Korea kennen. Sie begannen beide Hälften des Konzerts gemeinsam mit Opern-Kompositionen von Gioachino Rossini, die von Mauro Giuliani für die Gitarre bearbeitet wurden.
Die in Seoul geborene Yulim Heo widmete sich allein einer Fantasia von Francisco Tarrega über ein Thema von La Traviata und zeigt auch hier große Sicherheit und ein gutes Verständnis der Dynamik des Stücks. Sie studiert für ihr Konzertexamen in Detmold und hat bereits mehrere Preise erhalten.
Gemeinsam widmeten sich Heo und Li den Valses Poétiques von Enrique Granados, einer Komposition, die von der Schönheit spanischer Folklore inspiriert wurde.
Für große Begeisterung sorgte Xingye Li mit Le Rossiniana Nr. 2 Op. 120 einem weiteren Werk von Mauro Giuliani. Seine meisterhafte Interpretation weist ihn als hochbegabten Musiker aus. Der in Senyang in China geborene Gitarrist, der bereits mit 14 bereits in Korea sein Studium begann und heute in Berlin studiert, errang ebenfalls internationale Preise.
Die Sonata Canonica Op.196 von Mario Castelnuovo-Tedesco erwies sich als stimmungsvoller Abschluss des Konzerts, dem nach anhaltendem Applaus als Zugabe Asturias von Isaac Albéniz folgte.

Am 19. Juni tritt um 15 Uhr an gleicher Stelle Eckhard Kuper am Cembalo auf.

Copyright © Mindener Tageblatt 2016

Weblink:   http://www.mt.de/lokales/porta_westfalica/20803975_Faszinierende-Saitenklaenge-auf-dem-Wittekindsberg.html

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Mit Yulim Heo und Xingye Li erlebten die Zuhörer zwei junge Gitarrentalente. © Foto: Rolf Graff, MT


 






26-04-2016
Jahreshauptversammlung der GeFAO am 17. April 2016 - Zwei öffentliche Vorträge im Kreismuseum Wewelsburg

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung  berichtete der Vorsitzende der GeFAO über die Publikation der Zeitschrift „Archäologie in Ostwestfalen“ , die Entwicklung der GeFAO in den Jahren 2015/2016, die geplanten Änderungen zu unserer Homepage und über die Aktivitäten der Jahre 2015 und 2016. Nach den Berichten des Schatzmeisters, der Kassenprüfer, des wissenschaftlichen Beirates wurde auf Antrag der gesamte Vorstand von den Mitgliedern einstimmig entlastet. Weiterhin wurde eine Änderung der Satzung zu § 3 beschlossen. Der wissenschaftliche Beirat (Dr. Sveva Gai, Dr. Elke Treude, Johannes Glaw M.A., Dr. Sven Spiong und Dr. Michael Zelle) wurde für weitere drei Jahre bestätigt. Am Nachmittag folgten zwei Vorträge und anschließend führte uns Andreas Weiß M.A., stellvertretender Leiter des Kreismuseums Wewelsburg, durch die Ausstellungsräume des historischen Museums.

Zu den Vorträgen:
Dr. Sven Spiong informierte über aktuelle Ausgrabungen im Kreis Paderborn und die ersten Ergebnisse ihrer Auswertung: Im zurückliegenden Jahr hatte die LWL-Archäologie für Westfalen im Kreis Paderborn viel zu tun: So verursachte die Errichtung von Windrädern östlich von Bad Wünnenberg-Helmern Untersuchungen metallzeitlicher und frühmittelalterlicher Siedlungsausschnitte und die Erweiterung einer Kiesgrube bei Delbrück-Bentfeld - keine zwei Kilometer vom Römerlager Anreppen entfernt - die Ausgrabung einer Fundstelle des 1. Jahrhunderts nach Chr.

Dr. Sveva Gai berichtete über die karolingische Klosterkirche Corvey: Seit Juni 2013 ist das Westwerk der Klosterkirche Corvey mit der karolingischen Klosteranlage und der civitas Corvey in die Welterbeliste der UNESCO als erstes Denkmal in Westfalen aufgenommen worden. Die Anlage gehörte zum ältesten Benediktinerkloster auf sächsischem Territorium, im östlichen Grenzgebiet des karolingischen Reiches. Der Vortrag präsentiert die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen innerhalb der Kirche, die zur Rekonstruktion der Baugeschichte der karolingischen Bauten und des in seiner Bausubstanz bis heute erhaltenen Westwerks führte, und bietet Einblicke in das Malereiprogramm, das zu jener Zeit den Innenraum schmückte.

 Weblink:    
http://www.wewelsburg.de/de/aktuelles/meldungen/2016-04-17-Gefao.php


© Foto: Dagmar Märgner, 2016


© Foto: Johann-Sebastian Kühlborn, 2016


 
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15-04-2016
Der Wittekindsberg blüht – Die Führung am 29. April 2016 fällt aus!

Wittekindsberg. Für kurze Zeit haben sich auf dem Wittekindsberg bunte Teppiche von blühenden Frühjahrsblühern entwickelt: der seltene Lerchensporn, das Buschwindröschen, das Veilchen, der Salomonsiegel und weitere Pflanzen. Die Pflanzen stehen im streng geschützten FFH-Gebiet (Naturschutzgebiet) und dürfen nicht gepflückt, aber besucht werden.

Franz Stockmann, Wald und Holz NRW und Jürgen Schünemann, Vertreter der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen e.V. veranstalten am Freitag, den 29. April eine Führung auf dem Wittekindsberg und stellen die blühende Vielfalt der Natur vor und auch die historischen Attraktionen, die auf dem Bergkamm zu sehen sind.

Die Führung muss in diesem Jahr leider ausfallen, da die Frühjahrsblüte entgegen unserer Planung wesentlich früher eingesetzt hat und bei vielen Pflanzen bereits abgeschlossen ist.

Quelle:
Pressemitteilung der GeFAO e.V. Text von Jürgen Schünemann



Zwei Arten der Gattung Lerchensporn (Corydalis) auf dem Wittekindsberg.  - 
© Foto: Johann-Sebastian Kühlborn, 13. April 2016


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29-03-2016
Konzertreihe Wittekindsberg - Musik mit jungen Künstlern

Wittekindsberg.  Die GeFAO e.V. setzt auch in diesem Jahr 2016 ihre Bemühungen fort, vor allem junge Künstler in den historisch bedeutenden Baudenkmälern auf dem Wittekindsberg auftreten zu lassen, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich künstlerisch in dieser besonderen Atmosphäre der Öffentlichkeit vorzustellen. In diesem Jahr finden die Konzerte wieder in der spätromanischen Margarethenkapelle statt. Studierende und Professoren der Hochschule für Musik Detmold und der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen in Herford werden int insgesamt drei Konzerten dort auftreten.

Am 22. Mai 2016 spielt das Gitarrenduo Yulim Heo und Xingye Li, Studierende der Musikhochschule Detmold, Werke von Gioachino Rossini/Mauro Giulian, Enrique Granados, Isaac Albeniz, Fernando Carulli und Mario Castelnuovo-Tedesco.


Am 19. Juni 2016 gibt Eckhard Kuper, Hochschule für Kirchenmusik Herford, sein Cembalo-Konzert „Fantasien auf Tasten„ mit Werken von Johann Sebastian Bach, Eckhard Kuper, Johann Jakob Froberger.


Den Abschluss bildet am 28. August 2016 das Konzert der Harfenistin Zoe Knoop, Studierende der Musikhochschule Detmold, mit Werken von Gabriel Faure, Johann Sebastian Bach, Luciano Berio, Benjamin Britten.

Die GeFAO möchte mit diesen und weiteren Aktivitäten auf dem Wittekindsberg auf das wertvolle, einzigartige und unbedingt sehenswerte historische Gebäude-Ensemble - die Kreuzkirche (10.Jh.) im gläsernen Schutzbau und die spätromanische Margarethenkapelle (frühes 13. Jh.) - im ebenfalls sehenswerten historischen Areal der Wallanlage Wittekindsburg (3./2. Jh.v.Chr. und 9.Jh.n.Chr.) auf dem Wittekindsberg aufmerksam machen – umgeben von erholsamer Natur (FFH-Gebiet) mit beeindruckender Aussicht aufs Wesertal, in unmittelbarer Nähe der Städte Minden, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen. – Die Schirmherrschaft über die Konzertreihe Wittekindsberg 2016 hat der Bürgermeister der Stadt Porta Westfalica Herr Bernd Hedtmann übernommen.


Quelle: Pressemitteilung der GeFAO e.V. Text von Jürgen Schünemann

Weblinks:   http://www.mt.de/lokales/minden/20752217_Junge-Musiker-in-historischen-Mauern.html




Die spätromanische Margarethenkapelle auf dem Wittekindsberg. Blick von Osten.
© Foto: Johann-Sebastian Kühlborn, 2016


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23-06-2015
Sveva Gai ist neue Stadtarchäologin in Paderborn.
Eine waschechte Römerin wird Nachfolgerin von Sven Spion

Paderborn. Was treibt eine waschechte Römerin aus der erstaunlichsten Stadt des Universums an die Pader? Die Antwort fällt Sveva Gai nicht schwer. Es ist die Archäologie, die Profession der 1961 geborenen Wissenschaftlerin. Sie hat jetzt die Nachfolge von Sven Spiong angetreten und ist Paderborns neue Stadtarchäologin. Und das ist eigentlich gar nicht so erstaunlich, denn die Forscherin ist schon seit vielen Jahren mit der Paderstadt eng verbunden.
   Dass sie Archäologin werden wollte, sei ihr schon in ganz jungen Jahren klar gewesen, sagt Sveva Gai. "In der Schule hatten wir eine archäologische Gruppe, mit der wir viele Prospektionen unternommen haben. Und in Rom ist überall etwas zu finden." Doch statt sich - wie es in der ewigen Stadt eigentlich auf der Hand liegt - der klassischen Archäologie, also der Erforschung der Antike, zu verschreiben, entschied sich Gai für das Mittelalter. "Aus Neugier." Die trieb sie dann nach dem Studium zunächst nach Aix-en-Provence und für die Promotion - in der sie sich übrigens mit deutschem Glas aus dem 12. bis 18. Jahrhundert beschäftigte - nach Tübingen, bevor sie die Forschung 1994 nach Paderborn in das Kaiserpfalz-Museum führte. Da gab es für die Wissenschaftlerin viel zu tun - wie Aufarbeitung und Publikation der Erkenntnisse, die in den 1960er Jahren Wilhelm Winkelmann bei seiner Ergrabung der karolingischen Kaiserpfalz gewonnen hatte, oder bei den umfänglichen Vorbereitungen der großen Ausstellungen von der Karolinger- bis zur Credo-Schau. Selbst nachdem Sveva Gai 2005 vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe nach Münster versetzt wurde, um sich dort vor allem der Bodendenkmalpflege zu widmen, blieb die Paderstadt, in der sie schon längst auch ihre private Heimat gefunden hatte, weiterhin in ihrem beruflichen Fokus.
   "Ich habe mich hier immer wohl gefühlt", sagt sie. Und so ist ihr die Freude an ihrer neuen Aufgabe deutlich anzumerken, wenn sie von den aktuellen Grabungen auf dem Geländes des ehemaligen Landeshospitals oder auf dem Domplatz erzählt. Aber wohl nicht nur, weil sie spannende Neuigkeiten aus der Paderborner Historie erwartet, sondern auch weil sich die "Archäologie hier fast zu einem Stück Alltag entwickelt hat", sagt Sveva Gai und verspricht, dass auch künftig die Bürger ihre Nasen neugierig in die Gruben der Stadtarchäologie stecken dürfen.


Text und Foto von Jutta Steinmetz am 23.06.2015, 13:05 Uhr
© Neue Westfälische 2015


Weblink:   
http://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/paderborn/20494643_Sveva-Gai-ist-neue-Stadtarchaeologin-in-Paderborn.html

Wissenschaftlerin mit Leib und Seele: Sveva Gai zeigt vor dem Josefs-Haus am Busdorfwall, wo die Stadtarchäologie beheimatet ist, die Überreste zweier Krüge. Sie wurden jüngst bei Grabungen im Stadtkern geborgen.  -  Foto: © Jutta Steinmetz

 

 

 

 

 

 


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  18-06-2015
Abschied von Dr. Sven Spiong: Rückblick auf 12 Jahre LWL - Stadtarchäologie in Paderborn

Paderborn (lwl). Ob der Neubau der Volksbank und des städtischen Theaters am Kötterhagen, die Ursprünge der Bebauung auf dem Domplatz, Ausgrabungen am Landeshospital und Spuren des alten Hellwegs: Als Stadtarchäologe des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat Dr. Sven Spiong viele Kapitel der Paderborner Stadtgeschichte mitgeschrieben, umgeschrieben, neu geschrieben oder ergänzt. Jetzt übernimmt er neue Aufgaben als Leiter der Außenstelle der LWL-Archäologie in Bielefeld. Zu einer Feierstunde am Montag ( 22.6.), um 15 Uhr im Museum in der Kaiserpfalz sind auch alle Paderborner Bürger eingeladen.
   Spiong war für alle, die sich für Archäologie und die Stadtwerdung Paderborns interessieren, ein bekanntes Gesicht. Dazu haben Stadtführungen, Vorträge, Ausstellungen und die Konzeption eines archäologischen Stadtrundgangs beigetragen. Dass Paderborn zu den am besten erforschten mittelalterlichen Stadtgründungen gehört, ist auch sein Verdienst, wie eine Vielzahl von Publikationen belegt.
 




LWL-Pressestelle, Katja Burgemeister, LWL-Archäologie für Westfalen.

Weblinks:

http://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=36486

http://www.nw.de/lokal/kreis_paderborn/paderborn/paderborn/20431683_Spiong-legt-den-Kratzer-aus-der-Hand.html

Dr. Sven Spiong wird nach zwölf Jahren in der Stadtarchäologie Paderborn verabschiedet. Er ist jetzt Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen.
 

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14-03-2015
Archäologie in Ostwestfalen Band 12, 2014

Die 12. Ausgabe der Zeitschrift der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen enthält viele interessante Beiträge, die zeigen, wie reich unsere ostwestfälische Kulturlandschaft ist und welches Potenzial für zukünftige Forschungen über unsere Vergangenheit auf uns wartet.

Der Band beginnt mit einem Nachruf von Johann-Sebastian Kühlborn auf den ehemaligen Vorsitzenden der Gesellschaft (2007-2010) Dr. Otto-Werner Rappold. Die Bronzezeit ist mit Beiträgen von Torsten Capelle † und Daniel Bérenger vertreten. Von Bernard Sicherl stammt ein Beitrag zu außergewöhnlichen Funden aus Paderborn. Sven Spiong berichtet über spätkarolingische Funde bei Bad Lippspringe. Der Thematik Archäologie und Metalldetektoren geht Alexandra Pesch nach. Daniel Bérenger behandelt ein Felsrelief bei Barkhausen. Vera Brieske und Ulrike Steinkrüger stellen den neuen Jakobsweg von Minden nach Soest vor. Christoph Kühne und Siegfried Thews behandeln die Schlacht bei Warburg bzw. die Schanze bei Ossendorf. Dem Kohlenbergbau in Bielefeld-Dornberg widmet sich Heinz-Dieter Zutz. Eine Zusammenstellung der archäologischen Literatur Ostwestfalens vo Daniel Bérenger rundet den Band ab.


ISBN 978-3-89534-902-7,  Preis 12,40 EURO
Alle unsere Publikationen können Sie auch direkt über die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen e.V. beziehen. – Ab einem Bestellwert von 12,00 Euro erfolgt die Lieferung ohne Berechnung der Versandkosten. – Die Anschrift finden Sie im Impressum.

Weblink:     http://www.mt.de/lokales/porta_westfalica/20426124_Ist-das-raetselhafte-Relief-ein-Import-aus-Irland.html

 

 
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  30-09-2014
LWL-Archäologe Bérenger geht in Ruhestand

Eigentlich sollte es nur ein kurzer Ausflug in die westfälische Archäologie für Dr. Daniel Bérenger werden. Dass aus einem befristeten Jahresvertrag dann insgesamt 37 Jahre werden würden, hatte er sich nicht träumen lassen. Zu seinem Ruhestand im September dieses Jahres hat der gebürtige Franzose damit einen Rekord aufgestellt: Die Bielefelder Archäologie-Außenstelle des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist 75 Jahre alt, und Bérenger hat fast die Hälfte dieser Zeit mitgestaltet.

Der rote Schal war und bleibt ein Markenzeichen von Dr. Daniel Bérenger, der hier das Thema vor Augen führt, was ihn zu einem Fachmann weit über die westfälischen Grenzen hinaus gemacht hat: Die Erforschung von bronzezeitlichen Grabhügeln.

Weit über die westfälischen Grenzen hinaus ist Bérenger als Spezialist für die Bronze- und Eisenzeit in der Archäologie bekannt. Es gibt wohl keinen bronzezeitlichen Grabhügel in Ostwestfalen und darüber hinaus, den er nicht in- und auswendig kennt.

"Das waren spannende Jahre
...


© Text und Foto: LWL/Burgemeister

Weblinks:

http://www.lwl.org/pressemitteilungen/mitteilung.php?urlID=34102

http://www.archaeologie-online.de/magazin/nachrichten/lwl-archaeologe-berenger-geht-in-ruhestand-31692/

http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/11242765_Der-Mann-mit-der-Pfeife.html

© Foto: LWL/Burgemeister

 

 

 

 

 

 

 

 
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26-04-2014
Konzertreihe in der Wittekindsburg:
Musik verbindet sich mit Geschichte - Verein kooperiert mit Musikhochschulen

Minden (mt). Mit den "Wegen durch das Land" wurde im vergangenen Frühjahr die Idee geboren: Nach einer Lesung mit Musik werden die Kreuzkirche und die Margarethenkapelle in diesem Sommer Schauplatz für drei Konzerte.

2000 Jahre Geschichte werden auf dem Wittekindsberg mit den Überresten der Wallburganlage aus dem vierten Jahrhundert vor Christus, den Fundamenten der Kreuzkirche aus dem zehnten Jahrhundert und der Margarethenkapelle aus dem frühen 13. Jahrhundert sichtbar. "Das ist einzigartig für diese Region", sagt Jürgen Schünemann vom Vorstand der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen-Lippe (GeFAO).

Der Verein hat nicht nur die Mittel für den Schutzbau über den Fundamenten der Kreuzkirche gesammelt, sondern auch das Anliegen, dieses geschichtsträchtige Ensemble möglichst vielen Menschen bekannt zu machen. Und dafür lassen sie sich einiges einfallen. Themenführungen gehören dazu, aber auch ein...

Text von Ursula Koch am 26.04.2014
© Mindener Tageblatt 2014

Weblink:

 

 

Kiyohiko Kudo eröffnet die Konzertreihe. (© Foto: pr)


  http://www.mt.de/lokales/kultur/11010163_Konzertreihe_in_der_Wittekindsburg_Musik_verbindet_sich_mit_Geschichte.html      
 
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15-07-2011
Lehrpfad weist den Weg durch die Geschichte
Einweihung am Römerlager in Delbrück-Anreppen

Am Freitag, 15. Juli 2011, wurde am Römerlager in Delbrück-Anreppen der neu errichtete Lehrpfad eingeweiht. 13 Tafeln geben nun Einblick in das Leben der Römer an der Lippe vor 2000 Jahren.

Zwischen 1988 und 2004 wurde etwa ein Drittel der Fläche des 21 ha großen Militärlagers wissenschaftlich erforscht. Die damaligen Grabungen des Westfälischen Museums für Archäologie sind heute wieder eingeebnet. Auf einer durch die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege angekauften Fläche entstanden die ersten Rekonstruktionen. Mit der Sichtbarmachung der Lagergräben und einiger Lagerstraßen sind die ersten Arbeiten zum Entstehen des Römerparks Anreppen unternommen worden. Dazu zählt auch der archäologische Lehrpfad, der zu den untergegangenen Bauten des Römerlagers führt.

Entwickelt wurde die gestalterische Darstellung der Tafeln von Dr. Ing. Kees Peterse. Die Gestaltung der Informationstafeln erinnert an ein römisches Feldzeichen (signum). Solche Standarten waren in der römischen Armee bei den Legionen und sonstigen Militäreinheiten üblich. Ihre Grundform entsprach der einer Lanze. Oben strahlte zum Beispiel eine Schwurhand als Zeichen der Loyalität. Darunter befand sich der Name der militärischen Einheit. Es folgten mehrere runde Scheiben aus versilbertem Metall. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um Auszeichnungen für besondere Erfolge in Kampfeinsätzen. Am unteren Ende sieht man einen Halbmond, der als Unheil abwehrendes Symbol galt.

Der archäologische Lehrpfad beginnt an der Informationshütte mit den einführenden Tafeln I-IV, geht weiter zu dem riesigen Speicher am Südtor (V), zum Südtor (VI) und zur ehemaligen Befestigung (VII). Die Tafeln VIII-X führen in die Quartiere der Soldaten. Unweit des Soldatenlärms lag das imposante, 3.375 qm große Haus des Kommandeurs (XI). Im Norden stand einst ein Militärbad (XII). Abschließend führt der Weg in die Nähe der Getreidespeicher (XIII) am östlichen Lagertor.

„Ich freue mich, dass wir mit dem archäologischen Lehrpfad ein weiteres Stück zur Sichtbarmachung des Lagers eröffnen können. Das Römerlager Anreppen ist ein Aushängeschild für die Stadt Delbrück mit großem touristischen Wert“, so Bürgermeister Werner Peitz.

Ein Flyer zum Lehrpfad ist ab sofort bei der Stadtverwaltung Delbrück,
Lange Str. 45, Tel. 05250 996112 oder per Mail tourist (at) stadt-delbrueck.de, erhältlich.

Auf Wunsch werden auf dem Gelände des Römerlagers Führungen durch den Heimatverein Anreppen durchgeführt. Diese können nach vorheriger Terminabsprache über den Heimatverein Anreppen, Herrn Heinz-Josef Schulte, gebucht werden. Alle Informationen erhalten Sie auch im Internet hier.

Download des Flyers zum Römerlager Anreppen (PDF)

Download des Flyers Lehrpfad Römerlager Anreppen (PDF)

Quelle: Medieninformation der Stadt Delbrück vom 15. Juli 2011      

 


Das Bild zeigt eine Tafel des neuen Lehrpfades im Römerlager Anreppen. Von links nach Rechts: Dr. Kees Peterse, Dr. Johann-Sebastian Kühlborn und Bürgermeister Werner Peitz.   -  Foto: Dr. Daniel Bérenger, 2011.

 

 
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