Rede des Vorsitzenden Dr. Günther (GeFAO)

Sehr geehrter Herr Landrat Krömer,
Herr Bürgermeister Korte
und Herr Bürgermeister Wohlgemuth, 
sehr geehrte Damen und Herren, 

Was lange währt, wird endlich gut! Wie Sie vielleicht wissen, war es das Ziel der Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen, den im Jahr 2000 begonnenen und jetzt fast fertiggestellten Schutzbau über der Kreuzkirche im vergangenen Jahr der Öffentlichkeit zu übergeben. Das Vorhaben ließ sich wegen fehlender finanzieller Mittel leider nicht verwirklichen. Um so größer ist heute meine Freude über das Erreichen unseres Zieles. Mit der großzügigen Hilfe zahlreicher Sponsoren aus der Region und mit der ebenso großzügigen Förderung durch das Arbeitsamt Herford gelang es, die Kreuzkirche für das interessierte Publikum sichtbar und für weitere bauhistorische und archäologische Forschungen zugänglich zu erhalten. Ich bin davon überzeugt, dass wir für unsere Region eine weitere Attraktion geschaffen haben und ein wichtiges Stück Geschichte mit Leben füllen können. 

(Auftritt von Milo mit Mönch und Tethwif) 

Für den heutigen Tag haben sich die Organisatoren etwas besonderes einfallen lassen: Sie haben versucht, das Rad der Geschichte um rund 1000 Jahre zurückzudrehen und drei Menschen hierher einzuladen, die die Kreuzkirche vielleicht in ihrer ganzen früheren Schönheit gesehen haben: 

Ich begrüße die Einsiedlerin Thetwif

und den Bischof Milo von Minden mit einem treuen Begleiter

Diese drei Menschen sind für die Region Personen von historischer Bedeutung. Frau Thetwif zog sich auf den Wittekindsberg zurück, um ein gottgefälliges Leben als Einsiedlerin zu führen. Ihr Beispiel zog weitere junge Frauen an, so dass Milo von Minden sich veranlasst sah, hier oben auf dem Wittekindsberg ein Kloster zu gründen, um das religiöse Leben nach den Vorstellungen der Kirche zu regeln. Er gründete 993 für Thetwif und ihre Anhängerinnen das erste Benedikterinnenkloster Westfalens. Ebenso könnte es Milo gewesen sein, der den Auftrag zum Bau der Kreuzkirche gab, um mit dieser extravaganten Architektur eine für uns heute unbekannte Adelsfamilie posthum zu ehren.

Meine Damen und Herren, Geschichte lebendig zu vermitteln, ist eines der wichtigsten Ziele unserer Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen. Wir hoffen, damit nicht nur einen weiteren Identifikationspunkt für die Menschen dieser Region geschaffen zu haben, sondern auch Fremden, die Ostwestfalen besuchen, die Möglichkeit zu bieten, sich über die Geschichte dieses Raumes zu informieren. Nicht zuletzt liegt in der Förderung dieses anspruchsvollen Projektes der Wunsch, das Interesse und Verständnis für die Arbeit der archäologischen Denkmalpflege zu wecken. 

Es ist mir ein Bedürfnis, mich im Namen des Vorstandes und aller Mitglieder unserer Gesellschaft bei allen zu bedanken, die finanziell und ideell zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. Möge dieses besondere Bodendenkmal, das ohne den sehr gelungenen Schutzbau wieder mit Erde zugedeckt worden wäre, in Zukunft vielen Menschen von der reichen und wechselvollen Geschichte unseres Landes berichten.

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