Der Schutzbau am 14. September 2003


Das Innere des Schutzbaus.


Domprobst Jacobi

Bürgermeister Korte (Minden)

Bürgermeister Wohlgemuth (Porta Westfalica)

Ensemble "Corona Colorata"

"Tag des offenen Denkmals" am 14.09.2003 auf dem Wittekindsberg: offizielle Einweihung des Schutzbaus Kreuzkirche

Hohe Gäste waren zum Festakt erschienen, allen voran Äbtissin Thetwif und Bischof Milo die eine Zeitreise aus dem 10. Jahrhundert hinter sich hatten. Thetwif hatte im Bereich der Wittekindsburg zunächst eine Einsiedelei gegründet, aus der Dank großzügiger Förderung Bischof Milos bald ein Nonnenkloster wurde. Etwa aus dieser Zeit stammen auch die Fundamente der kreuzförmigen Kirche, deren Schutzbau nun eingeweiht werden sollte. Der Auftritt der drei "Zeitreisenden" bildete den Auftakt der Veranstaltung am "Tag des Denkmals", in der sich alle Redner zufrieden darüber äußerten, dass der rund 400.000 Euro teure Schutzbau jetzt fast fertig ist.

Dr. Günther, Vorsitzender der GeFAO, ließ in seiner Rede die Ereignisse noch einmal Revue passieren. 1996 stießen Archäologen auf die Fundamente, legten sie frei - und machten somit eines der seltensten Bodendenkmäler Europas der Öffentlichkeit zugänglich.

Lange Zeit war nicht sicher, ob überhaupt genug Gelder zusammenkommen würden, um den Schutzbau zu finanzieren. Fast hätten die Fundamente der Kreuzkirche nach Abschluss aller Forschungsarbeiten aus Sicherungsgründen wieder zugeschüttet werden müssen.

In seiner Festansprache vor etwa 200 der insgesamt rund 800 Besucher stellte auch Landrat Wilhelm Krömer die Bedeutung dieses Denkmals für die Region heraus. Allein das ehrenamtliche Engagement und der Einsatz der Sponsoren hätten zum Gelingen beigetragen. Der Region sei mit dem Schutzbau ein weiteres touristisches Aushängeschild gegeben worden. Wichtig sei aber auch, die neue Attraktion zu erhalten und regelmäßig zu überprüfen. Diese Aufgabe übernimmt in Zukunft die Häverstädter Ortsgruppe des Touristenvereins "Die Naturfreunde".

Dompropst Paul Jakobi zeigte sich von der Kreuzkirche fasziniert. Er hofft, dass die Reste des alten Klosters der Äbtissin Thetwif bald entdeckt werden - und sich dann der interessierten Öffentlichkeit weitere historische Einblicke bieten.

Der Bürgermeister von Minden Reinhard Korte hatte sich bereits für das Bodendenkmal eingesetzt und die ersten finanziellen Mittel besorgt, als es noch ausgegraben und untersucht werden musste. Der sensationelle Fund sollte der Öffentlichkeit sichtbar erhalten bleiben, was ohne ein Schutzdach nicht möglich war. Öffentliche Mittel standen dafür nicht zur Verfügung, die MEW der Stadt Minden und ihr Geschäftsführer Jürgen Hansch trugen entscheidend dazu bei, dass die finanziellen Mittel für das Material des Schutzbaus von Unternehmen aus dem Kreisgebiet gespendet wurden. Die Bundesanstalt für Arbeit, vertreten durch das Arbeitsamt Herford unter Leitung von Dr.Thomas Baecker, stellte die Mittel für ABM-Kräfte zur Verfügung.

Herr Korte sagte zu, dass er sich auch für die Fertigstellung der zweiten Baustufe aktiv einsetzen werde.

Portas Bürgermeister Hilmar Wohlgemuth lobte den "langen Atem" der GeFAO. Es sei völlig richtig gewesen, den Schutzbau zu errichten. "Das fördert das Interesse an der Geschichte", sagte er.

Der für die Öffentlichkeit innen nicht zugängliche Glasbau des Paderborner Architekten Joachim Tebel bietet den Besuchern einen Blick von außen auf die Kreuzkirche. Das Interesse der Gäste war erwartungsgemäß groß. Viele nutzten die Chancen, an den zahlreichen Führungen durch die Wittekindsburg teilzunehmen und zu fachkundigen Gesprächen.

Den ganzen Tag gab es auf der Terrasse der Wittekindsburg Programm und Informationen. Während der Feier sorgte das Ensemble "Corona Colorata" für musikalische Untermalung. Ein Höhepunkt waren auch die romantischen Balladen, die Cathrin Pieper während der Führungen in der Margarethenkapelle vortrug.

"Die Forschungen werden irgendwann weitergehen", versprach Dr. Werner Best. Wann ist allerdings unklar, doch: Spätestens mit einer anvisierten Renovierung der sanierungswürdigen Margarethenkapelle müssen die Wissenschaftler wieder auf die Suche gehen.


Das Publikum beim Festakt


Äbtissin Thetwif, Bischof Milo und ein Mönch vor der Margarethenkapelle.


Dr. Günther, 1. Vorsitzender der GeFAO


Landrat Krömer und ein Vertreter der Häverstädter "Naturfreunde"

Cathrin Pieper in der Margarethenkapelle.